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Norbert Siegl:Kulturphänomen Graffiti. Das Wiener Modell der Graffiti-Forschung
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Liebe
Sexualität/HomosexualitätDer Übergang von Liebe zu Sexualität ist fließend und kommt sehr
schön im weitverbreiteten Spruch zum Ausdruck: "Love is a name, Sex
is a game, forget the name and play the game!" Es bestehen sehr
große Unterschiede bei den Geschlechtern im Umgang mit diesem Thema,
besonders bei Männern haben Reime und parolenartige Ausdrucksweisen
Tradition, während bei Frauen viel stärker aufeinander eingegangen wird,
indem Dialoge und Polyloge entstehen können und gegenseitige
Aufklärung und Hilfestellungen anzutreffen sind. Bei Zum Thema "Geschlechtsspezifische Kommunikationsmuster" empfehlen wir die Seite: http://graffitieuropa.org/klograffiti.htm Diesem Bereich zugeordnet sind auch die Graffiti von Homosexuellen. Diese, bis vor einigen Jahrzehnten verfolgte, Subgruppe hatte wenig öffentliche Kommunikationsmöglichkeiten, daher wurde zu dieser Form der Informationsvermittlung gegriffen. Dass nach Legalisierung homosexueller Praktiken unter Erwachsenen, diese Logen oder Klappen auch heute noch weiter bestehen, lässt sich am ehesten mit der langen Tradition dieser Örtlichkeiten erklären. Übrigens gab es früher auch eigene Polizeitrupps, die diese Orte durchsuchten, die Botschaften an den Klowänden lasen und dort wohl auch gelegentlich Verhaftungen vornahmen. Das Institut für Graffiti-Forschung hat zum Thema Sexualität die Subseite "Graffiti und Sexualität" eingerichtet, wo Basismaterialien zur Sexualforschung veröffentlicht werden: http://graffitieuropa.org/sex.htm Rechtsextremismus, Fremdenfeindlichkeit, interkulturelle Kommunikation
Es besteht eine hohe Korrelation bei den diversen Aussagen,
fundortspezifisch kann man sie im gesamten Land verbreitet
finden. Erwähnenswert ist aber, dass es daneben
zwei Orte gibt, die besonders gern zur Agitation genutzt werden: zum einen
sind dies jüdische Friedhöfe - Berichten über so genannte
"Schmierereien" kann man immer wieder in den Medien begegnen -
ein anderer Fundort sind alte verlassene Bunkeranlagen aus den
Weltkriegen, in denen oft heimliche Treffen von NS-Sympathisanten
stattfinden, die dann dort die klassischen Parolen und Symbole hinterlassen.
Eine Einteilung dieser Graffiti ergibt als häufigste inhaltliche Subgruppen der Jugendkultur, bei denen diese Ideologie anzutreffen ist, sind v.a. Skinheads und Hooligans, neuerdings auch Angehörige der GABBA bzw. GABBER-Kultur. Häufigstes Symbol ist das Hakenkreuz,
ein geschichtlich ursprünglich positiv besetztes Zeichen - das man in
verschiedenen Kulturen, weitaus nicht nur im "arischen", also
indogermanischen Kulturkreis finden kann - sondern ebenso in Japan und das
bis nach Südamerika verbreitet ist. Auch hier in Wien findet man
genügend Hinweise auf die Verwendung von Hakenkreuzen unabhängig von der
NS-Ideologie. So gibt es etwa in der Schausammlung des MAK (Museum für
Angewandte Kunst) ornamentale Hakenkreuze auf einem katholischen Messgewand aus dem 13.
Jahrhundert und - in linksgedrehter Variante - auf der Brust einer
indischen Buddhastatue zu sehen. Die Hakenkreuze, denen man als Graffiti
in den Straßen begegnet, stehen aber großteils in neofaschistischem
Kontext. Interessanterweise entwickelte sich daran eine weit verbreitete
Volkskultur der Ablehnung mit klaren, immer wiederkehrenden Mustern. So
entstand im Laufe der Zeit ein fotografischer Hakenkreuzzyklus, der
fortlaufend mit neuen Varianten, die bei den Feldforschungen begegnen,
angereichert wird, der heutige Archiv-Bestand
Die Feindschaften richten sich gegen Ausländer im Allgemeinen (AUSLÄNDER RAUS), gegen bestimmte Volksgruppen, ganz besonders aber gegen die Türken. Daneben findet man auch klassischen Rassismus (gegen Schwarze - NEGER RAUS, KILL NIGGERS, FUCK NIGGERS, etc.), Antisemitismus und religiöse Auseinandersetzungen (Islam und Christentum) . Eine absolute internationale Einzigartigkeit sind die Graffiti eines einzigen Wiener Aktivisten (siehe Abbildung links), der seit 2000 das gesamte Stadtbild mit seinen gleichförmigen - mit Wachskreide geschriebenen - "NEGER RAUS" - "RAUS NIGGER" - Graffiti prägt. Insgesamt verbreitete er in den letzten Jahren ca. 12.000 dieser Inschriften, ohne dass seine Anonymität gelüftet wurde. Die langsame Auflösung Jugoslawiens in den 1990er
Jahren konnte man genau mitverfolgen - Graffiti von
Gerade die Graffiti dieses Bereiches können sehr gut über "unterschwellige" Tendenzen und Spannungsfelder Auskunft geben. Das Institut für Graffiti-Forschung führte dazu 2007 eine Studie durch, genauere Informationen, auch zur daraus resultierenden Wander-Ausstellung, sind auf folgender Seite veröffentlicht: http://www.graffitieuropa.org/rechtsextremismus.htm
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