Graffiti-News Nr. 27
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5.7.2002
4.7.2002 Wir veröffentlichten vor kurzen eine eigene Seite "Fremdsprachige Graffiti in Deutschland und Österreich". Wegen der Übersetzung der türkischsprachigen Graffiti nahmen wir Kontakt mit dem bedeutenden türkischen Graffiti-Forscher und Fotografen Burhan Dogancay auf. Hier die Übersetzung - wir werden sie demnächst in die entsprechende Seite einfügen. Wir danken Herrn Burhan Dogancay und seiner Frau Angela!
Dear Norbert Siegl, We
have not forgotten you. Here are, after long last, the translations of
the Turkish graffitis as per your e-mail of last month.
Nachtrag zur Symbolik auf der oben wiedergegebenen Klotüre: Bei den vielfach ausgeführten doppelten Z (die natürlich eine Bedeutung haben) könnte es sich um verschlüsselte Hakenkreuze handeln:
Dies ist natürlich alles Spekulation, die beiden Z können auch etwas anderes bedeuten, unwahrscheinlich ist in diesem Fall, dass es sich um Initialen handelt. Falls jemand über Indizien für die tatsächliche Bedeutung verfügt - bitte um e-mail an das ifg!
Bericht von der Pilgerroute nach Mariazell
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Es wandte sich heute ein Aerosol-Künstler mit einigen Arbeitsproben an uns. Bei Bedarf werden wir gerne seine Adresse weitergeben! |
©Benjamin Hartung |
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Graffiti-Thema Onanie,
Masturbation:
Toilettengraffito aus der TU-Berlin, Männertoilette, 2001 ©ifg |
2.7.2002
Betrifft: Anfrage zur korrekten Schreibweise von Graffiti bzw. Graffito
Sie finden die genaue Definition des Instituts für Graffiti-Forschung, sowie die Wortherkunft und Bedeutung in der aktuellen Graffiti-Enzyklopädie auf Seite 60, auch in Kreuzers Graffiti-Lexikon aus den 80er-Jahren des letzten Jhdt's findet man die korrekte Schreibweise. Später tauchten die phantasievollsten Wortkreationen auf: Graffitis, Graffitties, Graffity, Gravati, etc. ...
Auf die Bildmotive (nicht zu verwechseln mit Graffiti!) an der East Side Gallery in Berlin wiesen wir bereits an einigen Stellen der Enzyklopädie hin. Neben den - von internationalen Künstlern stammenden - Motiven, gibt es dort aber auch viele klassische Graffiti. Den Bildmotiven wie auch den Graffiti an dieser historischen Stelle (erhaltenes Teilstück der Berliner Mauer) ist gemeinsam, dass v.a. gesellschaftskritische Motive dominieren. ©Norbert Siegl, Graffiti Doku Europa |
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So vielfältig wie die
Graffiti, in denen rechtsextreme Ansichten propagiert werden, sind auch die Ablehnungen. Im Bild links die (parodistische) Ablehnung der NS-Ideologie durch "die Diabetiker". ©Norbert Siegl, Berlin, Prenzlauer Berg, 2002 |
Mitteilungen aus Berlin:
Gestern führten wir ein langes Telefonat mit Frau Mensah-Schramm
vom Berliner Graffiti-Archiv. Frau Mensah-Schramm teilt mit, dass
in Berlin zwar noch keine Wahlplakate affichiert sind, der Wahlkampf aber
schon begonnen hat und diverse Kleber zum Thema zu finden sind.
Sie ist dabei, ihre Materialien zu kategorisieren - neben den Graffiti
von rechten Aktivisten, die sie bei Ausstellungen zeigt, haben sich viele
andere Graffiti-Varianten angesammelt. Es wird demnächst zu einem
Treffen bei einer Fachtagung in Wien kommen, bei der Frau Mensah-Schramm
ihr neues Material vorstellen wird.
1.7.2002
Graffiti aus Wien-Hernals: Rechts "DADA" mit Copyrightzeichen, ein häufig anzutreffendes Tag Anfang der 90er-Jahre in Hernals. Heute gibt es noch einige wenige Exemplare - das rechts wiedergegebene Foto stammt aus dem Jahre 2002. |
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Feministische Graffiti, Graffiti in denen für die Eigenverantwortlichkeit der Frau agitiert wird, sind auch heute noch anzutreffen - siehe links (Bilddokument aus dem Jahre 2002). Besonders gehäuft fand man Graffiti zu dieser Thematik in den 80er und 90er-Jahren des letzten Jahrhunderts. ©Norbert Siegl |
Aktuelle Daten für Juni - http://graffiti.netbase.org (Frontseite):
14.715 Zugriffe = 490 Zugriffe täglich (es ist bekannt, dass in der wärmeren Jahreszeit bzw. in Schulferien die Zugriffe etwas absinken).
Unter den zehntausenden Graffiti-Seiten, die es inzwischen weltweit gibt, sind auch einige, die hoffnungsfroh darauf warten, dass ihnen jemand Bilder schickt. Eine Form des Schnorrertums im Internet. Unsere Empfehlung: prüfen sie genau die Seriosität einer Seite, bevor sie Fotos verschicken, klären sie das Copyright und bestehen sie auf Kennzeichnung der Herkunft!
Hier ein aktuelles mail:
"More Graffiti´s?? Check out: www.graffitibox.de
Send us your Picture!!! Over 2500 Picture! P.S. Now over 100 Styles new!!!"
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Graffiti und
Symbolforschung:
Die drei häufigsten Symbole in Graffiti: das Hakenkreuz, das X als Symbol der Ablehnung (crossing) und das Anarchisten-A. Wien, 2002 |
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30.6.2002
©ifg, 2002 |
Historisches (gekratztes) Graffito eines Angehörigen der Roten Armee in der Türmerstube, im Hochturm des Wiener Stephansdoms. Entstanden nach dem Einmarsch in Wien im Jahre 1945. Belege dieser Art kann man in vielen Städten finden, besonders viele Beispiele gibt es im deutschen Reichstagsgebäude in Berlin. |
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Oldschool-Motiv aus Frankfurt/Main, 1989 (Autobahnbrücke) ©Saul Len, Frankfurter Graffiti-Archiv Eine
ausführliche Forums-Diskussion mit Saul Len zum Verhältnis der
"politischen Linken" zur Writer-Kultur finden sie auf: |
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Graffiti und Symbolforschung:
Anarchisten-A aus dem Hochturm des Wiener Stephansdoms. ©Norbert Siegl, 2002 |
29.6.2002
Toilettengraffiti - Latrinalia - sind eine der
ältesten und wissenschaftlich informativsten Graffiti-Varianten.
Es gibt dazu wichtige Forschungsergebnisse, die in den Bänden der
graffiti edition veröffentlicht und zugänglich sind.
Grundbedingung für die Entwicklung einer Latrinalia-Kultur ist
die architektonische Beschaffenheit der jeweiligen Oberflächen.
So reduzieren z.B. gekachelte Oberflächen die Möglichkeit zum
Anbringen von Graffiti ganz wesentlich. Im Bildbeispiel sieht
man, dass sich dann oft nur mehr die gesprayten - und leider
wenig informativen - Tags durchsetzen können.
Klo-Graffiti, Wien, Juni 2002, ©Norbert Siegl |
Neues Material (historische
Graffiti aus Frankfurt/Main) vom Frankfurter Stadtchronisten und
Graffiti-Forscher Saul Len - demnächst auf einer eigenen Seite.
Einen Überblick über Herrn Lens Beiträge finden sie im Graffiti-Kongress.
Graffito aus dem Jahre 1988, Frankfurter Uni-Turm, ©Saul Len |
Veranstaltungsankündigung:
Art
10.-13.07.2002
Josefstr / 8005 Zürich
Grafitti
Artists:
Daim
(Hamburg) Tasek (Hamburg) Phos 4 (Berlin) Kaos (Berlin) Bio (TATS Cru /
N.Y.C.) BG 183 (TATS Cru / N.Y.C) N.Y.C) Sen2 (TATS Cru / N.Y.C) Kane
(Heidelberg) Shok (London) Mode 2 (Paris) Rosy (Solothurn) Toast (Bern)
Zombie (Zürich) Mate (Zürich) Shark (Luzern)
Music
Fr.12.07.02
Rote
Fabrik CR 22.00
Uhr (incl. Barbecue bei Schönwetter)
PVP,
Chlyklass, Wurzel
5, Thomes&Baze, DJs LINK & SKOOB, DJ
Azel
Sa.13.07.02
Rote
Fabrik AH 22.00
Uhr
Less
du Neuf (F), Azad
( D), Dj Sensay / Dj Sweap
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Technische Probleme bei der
Dokumentation historischer (geritzter) Graffiti:
Das Herzsymbol - in den Sandstein eines der Türme des Wiener Stephansdomes geritzt - links mit künstlichem Frontallicht, rechts bei den bestehenden Lichtverhältnissen dokumentiert. |
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Forschungsschwerpunkt "Historische Graffiti in Europa":
"Wer nicht für uns ist, ist gegen uns" ©ifg |
Den Zugang zu allen bisher veröffentlichten News-Artikeln mit kurzer Inhaltsangabe (Schlagwörter, Keywords) finden sie in der Graffiti-Enzyklopädie!
Zur zuletzt veröffentlichten
Ausgabe (Graffiti-News Nr. 26): Graffiti
News, 26/2002
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